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Thema: 

Zahlungsunwillige Kunden

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Halaa - 27.11.12 21:56
Huhu Bin vielleicht etwas spät aber: ich arbeite ja als Werbefutzi auch selbständig. Wenn ein potenzieller Kunde kommt und nach einer Leitung fragt, sage ich Ihm einen Pi x Daumen Preis und schicke nachher eine E-Mail mit dem tatsächlichen Angebot. Dabei unterbiete ich meistens den Preis den ich sagte, um ein gutes Spargefühl hervorzurufen. Somit haben beide Seiten schriftlich, was Sache ist. Gut, ich hab in letzter Zeit auch ganz viele Affen die dann nicht bezahlen. Das ist aber ne andere Sache ;P
Niemals im vorbeigehen einen festen Preis raushauen immer schriftlich!

Lieber Wizard of Oz
Du könntest, solange dein geschätzter, zuvorkommender und geliebter Kunde noch nicht gezahlt hat und du rechtsmässige Mahnungen versandt hast einen Gerichtlichen Mahnungs Vollzug starten. Sofern du eine offizielle Firma hast. Das kostet beim Amt cirka 25€ und jede Menge Zeit. Wenns nur ein paar Kröten sind würd ich das Ganze stecken lassen oder in ein Paket kacken usw... Im übrigen man kann solche Startup Firmen bei Bürgel anschwärzen oder auf Facebook, Yasni usw. terrorisieren. Bürgel finde ich persönlich am witzigsten. So wird deren liquidität ganz enorm eingeschränkt. Problem ist wenns son Heiopai ist, der immer neue Firmen eröffnet. Kopf hoch, wenn der Hals auch dreckig ist

Die Zahlungsmoral ist teilweise erschreckend, ich frag mich was wohl passiert wenn ich meine Rechnungen nicht zahle. Warscheinlich garnichts, wie diesen Pfosten. Peinlich ist das. Wenigstens in Raten zahlen oder so wär doch machbar...
 
toonsUp Mitglied (toonsUp Team) - 23.07.12 13:15
Blablabla hin oder her, interessiert uns nicht..."Geld gegen Leistung" und Punkt! An der Kasse im Laden kann ich auch nicht rumjammern und den Preis drücken. Machs demnächst nur gegen Vorkasse oder mit einem Wasserzeichen, das du entfernst, wenn die Kohle kommt
 
WizardofOs - 21.07.12 19:27
Mein Kollege versucht schon seine "Arbeitsverweigerung" als Druckmittel einzusetzen. Ich habe auch schon überlegt den Preis zu halbieren, wenn meine Zeichnungen ab sofort nicht mehr in seinen Präsentationen auftauchen. Aber ich hab mir heute die Geschichte des "Kennenlernens" der beiden erzählen lassen. Hätte er es mir gleich erzählt, hätte ich nie auch nur einen Strich gezeichnet und lieber meine Erkältung auskuriert. Ich dachte die beiden kennen sich schon länger, aber der Typ hat einen Bekannten von ihm gefragt, ob dieser ihm eine Internetseite bauen konnte. Daraufhin wurde er an meinen Kollegen verwiesen. Ich hab mal eine ähnliche Geschichte erlebt. Solche Menschen sind absolut unseriös! Vor allem, wenn sie dir versprechen dich als Teilhaber mit ins Boot zu nehmen.
 
aurelcartoons - 21.07.12 17:21
Noch was: Der Schlüssel zu Deinem Geld scheint ja hier bei Deinem Freund zu liegen. Ersuche ihn doch nochmal, beim Auftraggeber auf die Bezahlung Deiner Rechnung zu drängen. Zumal Dein Freund ja noch das Druckmittel Fortführung des Auftrags besitzt! Allerdings wird sich Dein Freund auch nicht in die Nesseln setzen wollen. Eine Möglichkeit ist auch noch, Dein Honorar gegen die Zusage sofortiger Bezahlung etwas zu reduzieren. Skonto sozusagen. Denn weniger ist besser als nichts! Viel Erfolg wünscht Aurel:-)))
 
LiddlBuddha - 21.07.12 16:26
@Aurelcartoons: Wow!
Dieses Wissen ist ungemein nützlich. Danke erstmal.
 
WizardofOs - 21.07.12 16:04
Vielen Dank! Du hilfst mir gerade sehr! Nur hab ich so das Gefühl, dass ich von dem Geld wohl nichts mehr sehen werde und ich deine Tipps für ein anderes Mal verwenden kann.
 
aurelcartoons - 21.07.12 14:32
Das mit dem Werkvertrag ist nicht nötig!
Die Erteilung eines Werkvertrags ist an keine bestimmte Form gebunden.
Beispielsweise Du wirst angerufen: "Mir gefallen Ihre Sachen. Können Sie nicht für mein Schaufenster ne witzige Werbefigur zeichnen?. Was würde das kosten?" Du:" klar kann ich das machen. 3 Entwürfe und eine farbige Reinzeichnung kosten EUR 300,--. Die ausschließlichen, uneingeschränkten Nutzungsrechte daran würde ich Ihnen zusätzlich noch für EUR 250,-- anbieten.
Macht dann EUR 550,-- zzgl. 7% MwSt." Kunde": Können Sie mir da noch'n bisschen entgegenkommen?" Du: "Gut, ich biete Ihnen das pauschal für EUR 500,-- zzgl. 7% MwSt. an!" Kunde" Prima."
Damit ist der Werkvertrag nach §631 BGB schon abgeschlossen. Problem könnte jetzt im Nachweis(!) liegen. Daher: Erstmal Telefongespräch-Notiz machen.
Und jetzt zu Deiner Absicherung und der Form halber eine Auftragsbestätigung
aufsetzen: "Sehr geehrte Herr soundso! Hiermit bestätige ich Ihren tel. Auftrag vom soundsovielten. Ich erstelle Ihnen eine Werbefigur für Ihr Schaufenster. Das vereinbarte Honorar hierfür beträgt EUR 500,-- zzgl. 7% MwSt. Dafür erhalten Sie auch das Copyrighthonorar für die Figur. Termintreue Lieferung in Absprache mit Ihnen. Vielen Dank für Ihren Auftrag. MfG zeichner"

Du brauchst nicht erwähnen, dass hierdurch ein Werkvertrag abgeschlossen wurde. Es ist einfach so.

Inwieweit es sinnvoll ist, weitergehende Copyrighthonorare abzutreten, steht auf einem anderen Blatt. Bei einer Winzfirma würde ich es evtl. machen, bei einem Weltkonzern eher nicht. Das genannte Honorar ist vollkommen fiktiv, es ist nur ein Beispiel. Das hängt von Deiner Kostenstruktur ab: Ein Schüler oder Hobbyzeichner hat weniger Kosten wie ein Profi mit Atelierbetrieb, der eine Familie ernähren muss. Der muss u.U. EUR 2000,-- verlangen.

Nennenswerte einklagbare Summen hängen von Dir ab. Aber bedenke: Schon das Mahnverfahren kostet Dich Geld: Die Vordrucke kosten, das Gericht (an das Du die Anträge Mahnbescheid/Vollstreckungsbescheid sendest) verlangt eine Bearbeitungsgebühr und der Gerichtsvollzieher, den Du dann u.U. beauftragen musst, möchte auch im Vorfeld Geld von Dir. Diese Beträge kannst Du zwar vom Schuldner zurückverlangen, aber manchmal ist bei dem auch gar nix zu holen... (Also EUR 150,-- würde ich abschreiben.)

Eine Standard-Rechtsschutzversicherung greift meines Wissens hier nicht. Du brauchst Vertragsrechtschutz, der ist da in der Regel ausgeschlossen. Müsstest Du aber nen Experten fragen.

Ich hoffe, ich habe nicht zu weit ausgeholt.
 
WizardofOs - 21.07.12 12:02
@aurelcartoons: Vielen Dank für deinen Tipp! Wie schreibt man denn die Sache mit dem Werkvertrag in die Auftragsbestätigung mit rein, und was sind nennenswerte einklagbare Summen? Eine Rechtschutzversicherung kommt in so einem Fall doch auch zum Zuge, oder?
 
aurelcartoons - 21.07.12 08:37
Verträge sind eigentlich mit Ausnahme von Publikationsverträgen unüblich!
Sage ich einfach mal so nach 23 Profijahren.
Was aber ganz wichtig ist: Die Auftragsbestätigung, die dem Auftraggeber vom Zeichner per Post geschickt, gefaxt oder gemailt wird. Dort wird der Umfang (z.B. 3 Zeichnungen für Powerpointpräsentation), die Nutzung (z.B. Nutzung nur als Bebilderung Powerpointpräsentation, alle weiteren Rechte vorbehalten) und das Honorar (z.B. EUR 150,-- zzgl. 7% MwSt.) genannt.
Wenn der Auftraggeber diesem Schreiben nicht widerspricht, ist das Beschriebene rechtskräftig!
Außerdem ist ein Werkvertrag nach § 631 BGB abgeschlossen worden, der den Künstler zur Lieferung und den Auftraggeber zur Bezahlung verpflichtet.

Die Prozedur bei Nichtbezahlung ist dann folgende: Mahnung(en), gerichtliches Mahnverfahren (Beantragung eines Mahn-, bzw. Vollstreckungsbescheids) bei Widerspruch evtl. Zivilprozeß vorm Amtsgericht. Da ist es dann sehr praktisch, dem Richter obiges Schreiben in die Hand drücken zu können...

Das ganze lohnt natürlich nur bei nennenswerten einklagbaren Summen.

 
WizardofOs - 21.07.12 07:22
@LiddlBuddha: Das Buch hab ich mir in Erlangen gekauft. Da war es aber schon zu spät . Aber ich glaube, dass da auch steht, dass die Rechnung auch Gültigkeit hat.
 
TariToons - 21.07.12 00:54
Gibt es nicht sowas wie einen "mündlichen Vetrag"? Da du ja Zeugen hast, sollte das auch Rechtskäftig sein, oder nich?
 
Java - 20.07.12 22:53
LiBu hat da vollkommen Recht: Vertrauen ist gut, ein Vertrag ist bei aufwendigen Autragsarbeiten aber auf jeden Fall besser. Was es nicht zwingend einfacher macht, das Geld nachher auch tatsächlich ausgezahlt bekommen. Mir schuldet ein Sportverein auch noch ein paar D-Mark ( ) für sein Maskottchen... Aber gut, das ist 'ne alte Geschichte. Fakt ist, dass man seinem Geld quasi immer hinterherrennen muss.
 
LiddlBuddha - 20.07.12 22:05
Das mit dem Vertrag ist ziemlich beschissen.
Es ist egal wie schnell es gehen muss, ohne Vertrag machst Du nichts.
Der Vertrag versichert dir die Bezahlung bei Auftragsbeendigung.
Wenn der Kunde nur versprechen kann, dass er zahlen wird, kann den Wisch auch unterzeichnen. Sowas ist innerhalb einer Stunde geregelt, geschrieben UND unterschrieben. So viel Zeit muss sein.
DANN erst wird gezeichnet!

Lege Dir dieses Buch zu, dass sollte dir ein, ich sag mal, Regelwerk für deine Geschäfte sein.
Zu einem gewissen Teil richte ich mich auch schon und es hat mir unheimlich gut geholfen.

Und darin steht das erste Gebot:
Keine Zeichnung ohne Vertrag, bei bezahlten Aufträgen.

Ich habe es griffbereit bei Anfragen und stelle somit mehr und mehr meine Preisleistung, Diensbreite, etc. aus, dass dem Kunden eine gute erklärte Übersicht gibt.

 
WizardofOs - 20.07.12 21:11
Ein paar Originale hab ich noch. Tja, jetzt mein Problem. Dadurch, dass es alles so wahnsinnig schnell gehen musste kam soetwas wie Vertrag und Auftragsbestätigung nicht zustande. Meine Kollegen haben dem Kerl so vertraut, dass ich vorerst auf sowas verzichtet habe (was mir natürlich überhauptnicht gefallen hat). Wie gesagt, es musste ja alles soooooooooo schnell gehen. In der Rechnung, die ich ihm dann per E-Mail geschickt habe gibt es noch eine Frist bis nächsten Dienstag. Aushandeln konnte ich selber nichts, da er mich immer am Telefon abserviert hat und lieber mit meinem Kollegen sprechen wollte (damit dieser noch mehr für ihn macht wahrscheinlich). Mein Kollege hält ihn jetzt auch mit der Präsentation und der Internetseite hin. Ohne ihn kann also das ganze Projekt kippen. Fragt sich nur, wie lange er noch daran festhält.
 
LiddlBuddha - 20.07.12 20:09
Die Originale hast Du auch noch parat?
Der unterzeichnete Vertrag (Auftragsbestätigung plus Zahlungsvereinbaarung) ist vorhanden?
Hast Du einen Zahlungstermin eingetragen? ( Also bis wann die Zahlung hätte gemacht sein müssen? )

Wenn Du alles für deine Beweislage hast, kannst Du JETZT zum Anwalt gehen, Dich beraten lassen und ihn JETZT vor das Gericht ziehen.

Arroganz, wie hier berichtet, kann mit der Justiz bekämpft werden.
Mutlimillionär oder nicht, man ist nicht dadurch ein Gott. Wer nicht zahlt der muss die Konsequenz tragen.

Nicht lange fackeln, mein Lieber.
Du bist am Zug, dein Anwalt auch!
 
TariToons - 20.07.12 20:04
Hetz dem Sack den Anwalt auf den Hals.
 
WizardofOs - 20.07.12 19:59
Zahlungsunwillige Kunden 

Hattet ihr auch schon einmal das Problem, dass jemand partout nicht für eure Arbeit gezahlt hat?

Mein Problem ist folgendes: Ende April kam ein Kollege auf mich zu, und fragte, ob ich für einen Bekannten, für den er selbst eine Präsentation für wichtige Geschäftspartner macht, ein paar Zeichnungen beisteuern könnte. Dieser Typ hätte schon einen anderen Zeichner im Auge gehabt, aber dieser konnte es nicht so überzeugend rüber bringen. Das Problem war, dass es sehr schnell gehen musste. Also setzte ich mich (mit einer EXTREM starken Erkältung) ans Zeichenbrett und erstellte mit Kopf- und Halsschmerzen ein paar Zeichnungen, die dann auch für die Präsentation verwendet wurden. Dann hab' ich meinem Kollegen den Preis genannt, den er auch weiter gegeben hat und bei dem der Kunde auch wohl sagte, dass es ok ist. Ich hatte schon ein schlechtes Gefühl bei der Sache, als ich hörte, dass der Typ mal Multimillionär war. Ich wollte es von vornherein nicht machen, aber irgendwie brauchte ich mal wieder etwas Kohle. Dann gingen die Tage ins Land, ...... Wochen ...... Monate ..... Ich habe zwischendurch meinen Kollegen genervt, der sich auch drum gekümmert hat, aber leider auch nicht weiter kam. Nach einiger Zeit hab' ich dann auch über meinen Kollegen eine Adresse bekommen an die ich eine Rechnung geschickt habe. Nach einer Woche kam sie mit dem Vermerk unzustellbar wieder zurück. Ich habe den Kerl bisher auch schon fünfmal angerufen wobei er mich viermal höchst arrogant abgewiesen hat. Dann hab ich ihn "höflich" per SMS gebeten mir eine richtige Adresse zu senden, was natürlich nicht passiert ist. Beim fünften Anruf war ich etwas energischer, wobei er dann ganz klein mit Hut wurde und mir wenigstens etwas die ganze Situation erklärt hat. Er gründet eine neue Firma, muss mit der Präsentation Geschäftspartner ins Boot holen und wartet jetzt auf Anwälte wegen seiner "Kapitalisierung". Dann meinte er noch, dass er schon soviel Geld in die Präsentation gesteckt hat (gehörte meine Arbeit denn nicht dazu??????). Letztes Wochenende habe ich ihm die Rechnung nochmal per E-Mail geschickt und am Mittwoch noch eine Mail in der ich ihm mit dem Anwalt gedroht habe. Da ich momentan jeden Tag extrem gereizt von der Bank wieder komme habe ich ihn jetzt nochmal telefonisch auf'm Pott gesetzt wobei er mich wieder vertröstet hat, dass er mir nichts anderes sagen kann, dass er an der Sache dran ist. Momentan bin ich am kochen vor Wut, weil ich eigentlich diesen Sommer wenigstens einen Tag mal wegfahren wollte, was aus Geldmangel natürlich nicht gehen wird. Was soll ich jetzt machen? Mich in Geduld üben? Ihm sofort einen Anwalt auf den Hals hetzten (wobei ich glaube, dass ich dann auch nicht schneller das Geld bekommen werde)? Mich kotzt diese Situation momentan so tierisch an!
 
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